IQ nach Alter: Tabelle, Durchschnitt und was sich wirklich ändert
- Verfasst von
- IQCognify Editorial Team
- Quellenprüfung
- IQCognify Research Review Process
- Zuletzt aktualisiert
- Lesezeit
- 11 Min.
Kurz gesagt
Der durchschnittliche IQ liegt in jedem Alter bei 100 – bei Zehnjährigen genauso wie bei Siebzigjährigen. Das ist so gewollt: IQ-Tests vergleichen jedes Ergebnis mit Menschen desselben Alters. Was sich im Laufe des Lebens tatsächlich verändert, ist die Rohleistung, und die folgt nicht einer einzigen Kurve, sondern vielen. Hier finden Sie die IQ-Tabelle, die für jedes Alter gilt, die Lebensphasen, in denen einzelne Fähigkeiten ihren Höhepunkt erreichen, und die deutschsprachigen Tests mit ihren Altersbereichen.
Direkt ausprobieren: kostenloser IQ-Test auf Deutsch, etwa 12 Minuten, ohne Anmeldung.Zum Test
Gibt es eine IQ-Tabelle nach Alter?
Wer „IQ nach Alter“ sucht, erwartet meist eine Tabelle: links das Alter, rechts der durchschnittliche IQ. Solche Tabellen kursieren im Netz, oft mit Werten deutlich unter 100 für Kinder oder für ältere Menschen. Sie beruhen auf einem Missverständnis darüber, was ein IQ-Wert ist.
Ein IQ-Wert ist keine Menge, sondern eine Position. Er sagt nicht, wie viel Intelligenz jemand besitzt, sondern wo ein Ergebnis im Vergleich zu Menschen desselben Alters liegt. Die Skala ist so festgelegt, dass der Mittelwert jeder Altersgruppe 100 beträgt und die Standardabweichung 15.
Die kurze Antwort
Der durchschnittliche IQ liegt mit 8, mit 40 und mit 80 Jahren bei 100. Eine Tabelle, die für ein bestimmtes Alter einen anderen Durchschnitt nennt, verwechselt den IQ mit der Rohleistung oder beruht auf Daten, die keine Normstichprobe sind.
IQ-Tabelle: Bereiche und Prozentränge (für jedes Alter gleich)
Die folgende Tabelle ist die eigentliche „IQ-Tabelle“. Sie gilt für ein achtjähriges Kind genauso wie für eine 80-jährige Frau, weil jedes Ergebnis mit der eigenen Altersgruppe verglichen wird. Die Anteile folgen rechnerisch aus der Normalverteilung mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15.
| IQ-Bereich | Anteil der Altersgruppe | Übliche Einordnung |
|---|---|---|
| unter 70 | ca. 2 % | weit unterdurchschnittlich |
| 70 bis 85 | ca. 14 % | unterdurchschnittlich |
| 85 bis 115 | ca. 68 % | Durchschnittsbereich |
| 115 bis 130 | ca. 14 % | überdurchschnittlich |
| über 130 | ca. 2 % | weit überdurchschnittlich, oft als Hochbegabung bezeichnet |
Häufig wird ein IQ-Wert zusätzlich als Prozentrang angegeben. Der Prozentrang sagt, wie viel Prozent der eigenen Altersgruppe ein gleich hohes oder niedrigeres Ergebnis erreichen.
| IQ-Wert | Prozentrang (gerundet) | Bedeutung |
|---|---|---|
| 70 | 2 | 2 von 100 Gleichaltrigen erreichen diesen Wert oder weniger |
| 85 | 16 | 16 von 100 erreichen diesen Wert oder weniger |
| 100 | 50 | genau die Mitte der Altersgruppe |
| 115 | 84 | 84 von 100 erreichen diesen Wert oder weniger |
| 130 | 98 | nur etwa 2 von 100 liegen darüber |
| 145 | 99,9 | nur etwa 1 von 740 liegt darüber |
Rechenwerte, keine Messung
Diese Anteile ergeben sich aus der Konstruktion der Skala, nicht aus einer Erhebung in der deutschen Bevölkerung. Die Bezeichnungen der Bereiche unterscheiden sich zwischen den Testverfahren leicht. Und manche Verfahren geben ihre Ergebnisse auf anderen Skalen an, etwa als Standardwert (SW) mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 10. Ein Wert ist deshalb nur zusammen mit seiner Skala verständlich.
Rohwert und Normwert: warum der Durchschnitt immer 100 ist
Im Test entsteht zunächst ein Rohwert: die Zahl der richtig gelösten Aufgaben, teils nach Schwierigkeit gewichtet. Dieser Rohwert wird mit einer Normstichprobe der passenden Altersgruppe verglichen und in einen Normwert umgerechnet. Der Normwert ist der IQ, den man am Ende mitgeteilt bekommt.
| Rohwert | Normwert (IQ) | |
|---|---|---|
| Was er beschreibt | die tatsächliche Leistung im Test | die Position innerhalb der eigenen Altersgruppe |
| Verändert sich mit dem Alter | ja, deutlich | im Mittel nicht – der Durchschnitt bleibt bei 100 |
| Vergleichbar zwischen Altersgruppen | nur innerhalb desselben Tests | nein, jede Altersgruppe hat ihre eigene Norm |
Ein vereinfachtes Beispiel: Ein Achtjähriger, eine 30-Jährige und ein 75-Jähriger lösen im selben Denktest gleich viele Aufgaben. Ihr Rohwert ist identisch, ihr IQ nicht. Für den Achtjährigen ist das Ergebnis im Vergleich zu anderen Achtjährigen vermutlich weit überdurchschnittlich, für die 30-Jährige eher unterdurchschnittlich und für den 75-Jährigen wieder überdurchschnittlich. Jeder wird mit seinen Altersgenossen verglichen.
Das war nicht immer so. Der Begriff Intelligenzquotient geht auf den Psychologen William Stern zurück, der ihn 1912 vorschlug: Intelligenzalter geteilt durch Lebensalter. Bei Kindern funktionierte das, weil ihre Leistung mit jedem Jahr wächst. Bei Erwachsenen nicht: Ihre Leistung steigt nicht einfach weiter, und der Quotient würde mit jedem Lebensjahr kleiner. David Wechsler ersetzte diesen Quotienten 1939 durch den Abweichungs-IQ, der die Position innerhalb der Altersgruppe angibt. Nach diesem Prinzip arbeiten heutige Tests.
Wer also fragt, ob der IQ mit dem Alter sinkt, stellt eigentlich zwei Fragen. Sinkt die Rohleistung? In manchen Bereichen ja. Sinkt der Normwert? Im Mittel nicht, weil die Vergleichsgruppe mitaltert.
Welche Fähigkeit wann ihren Höhepunkt erreicht
Interessanter ist die Frage, wie sich die Rohleistung im Laufe des Lebens verändert. Die bislang genaueste Antwort stammt von Joshua Hartshorne und Laura Germine (2015). Sie werteten Daten von 48.537 Online-Teilnehmenden aus und zogen zusätzlich die Normdaten standardisierter Intelligenz- und Gedächtnistests heran. Ihr zentrales Ergebnis: Es gibt nicht den einen Gipfel. Manche Fähigkeiten erreichen ihn gegen Ende der Schulzeit, andere erst in den Vierzigern oder später.
| Fähigkeit | Höhepunkt etwa | Danach |
|---|---|---|
| Verarbeitungsgeschwindigkeit (z. B. Zahlen-Symbol-Test) | 18 bis 19 Jahre | Rückgang setzt früh ein |
| Kurzzeitgedächtnis | Mitte 20 | Plateau, ab etwa 35 Rückgang |
| Gesichter wiedererkennen | Anfang 30 | allmählicher Rückgang |
| Arbeitsgedächtnis | um 30 | danach Rückgang |
| Emotionen im Gesicht erkennen | breites Plateau von 40 bis 60 | lange stabil |
| Wortschatz | Ende 60 bis Anfang 70 (Online-Daten) | bleibt bis ins hohe Alter hoch |
So ist die Tabelle zu lesen
Die Altersangaben beschreiben, wann die durchschnittliche Leistung einer Altersgruppe am höchsten ist. Sie sind keine Vorhersage für einzelne Menschen und keine IQ-Werte. In den Normdaten der Wechsler-Tests lag der Höhepunkt des Wortschatzes früher, Ende 40.
Wann der Rückgang beginnt, ist in der Forschung umstritten. Querschnittsstudien, die Jüngere und Ältere zum selben Zeitpunkt vergleichen, zeigen schon zwischen 18 und 60 Jahren niedrigere Leistungen bei Älteren. Längsschnittstudien, die dieselben Menschen über Jahre begleiten, finden oft erst viel später einen Rückgang. Timothy Salthouse (2009) zeigte, dass ein wichtiger Grund dafür der Übungseffekt ist: Wer einen Test wiederholt, schneidet allein durch die Erfahrung besser ab, und das verdeckt einen Rückgang. Er kommt zu dem Schluss, dass manche Aspekte des kognitiven Alterns bereits in den Zwanzigern und Dreißigern beginnen.
Fluide und kristalline Intelligenz im Lebenslauf
Die Psychologie unterscheidet zwei breite Bereiche. Fluide Intelligenz ist die Fähigkeit, neue Probleme ohne einschlägiges Vorwissen zu lösen. Kristalline Intelligenz ist das angesammelte Wissen: Wortschatz, Fachkenntnis, Erfahrung. Die Unterscheidung geht auf Raymond Cattell zurück, der sie gemeinsam mit John Horn ausarbeitete.
Im Erwachsenenalter verlaufen beide Bereiche unterschiedlich. Elliot Tucker-Drob und sein Team (2022) fassen den Forschungsstand so zusammen: Fluide Fähigkeiten nehmen im Mittel ab, kristalline legen bis ins höhere Alter zu.
Daraus folgt allerdings nicht, dass wachsendes Wissen den Rückgang einfach ausgleicht. Dieselbe Untersuchung zeigt, dass die Veränderungen beider Bereiche eng zusammenhängen: Wer im fluiden Bereich stärker verliert, gewinnt im kristallinen Bereich eher weniger hinzu. Die verbreitete Vorstellung, Erfahrung mache nachlassendes Tempo wett, stimmt also nur eingeschränkt.
Große Unterschiede zwischen Menschen
Alle Verläufe auf dieser Seite beschreiben Durchschnitte. Die Unterschiede zwischen einzelnen Menschen derselben Altersgruppe sind erheblich. Von einer Altersgruppe lässt sich nicht auf eine einzelne Person schließen.
IQ bei Kindern: welcher Wert ist normal?
Für Kinder gilt dieselbe Tabelle wie für Erwachsene. Ein zehnjähriges Kind mit einem IQ von 100 liegt genau im Durchschnitt der Zehnjährigen, ein Wert zwischen 85 und 115 gilt in jedem Alter als durchschnittlich. Einen „normalen IQ für Zwölfjährige“, der von 100 abweicht, gibt es nicht.
Von Hochbegabung spricht man meist ab einem IQ von etwa 130. Das entspricht ungefähr den oberen 2 % der Altersgruppe. Die Grenze ist eine Konvention, keine natürliche Schwelle, und ein einzelner Testwert hat immer eine Messungenauigkeit von einigen Punkten.
Aussagekräftig ist eine Testung nur, wenn eine qualifizierte Fachkraft sie einzeln mit einem altersgerechten, aktuell normierten Verfahren durchführt, etwa eine Psychologin oder ein Psychologe mit diagnostischer Erfahrung oder der schulpsychologische Dienst. Fachleute stützen weitreichende Entscheidungen, etwa zur Schullaufbahn, nicht auf eine einzelne Zahl, sondern auf mehrere Informationsquellen.
Online-Tests sind für Kinder nicht geeignet
Das gilt auch für unseren Test. Er richtet sich an Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene, ist nicht altersnormiert und ersetzt keine psychologische Diagnostik.
Sinkt der IQ im Alter?
Der Normwert bleibt bei den meisten Erwachsenen vergleichsweise stabil. Wer mit 25 überdurchschnittlich abschneidet, schneidet Jahrzehnte später in der Regel ebenfalls überdurchschnittlich ab, weil zu beiden Zeitpunkten mit der eigenen Altersgruppe verglichen wird.
Belege dafür liefern Längsschnittdaten. Ian Deary und sein Team untersuchten Menschen, deren Intelligenz mit elf Jahren und erneut im hohen Alter gemessen worden war. Die Rangfolge zwischen den Personen blieb über diese Jahrzehnte bemerkenswert stabil. Gemeint ist die relative Position; die einzelnen Werte selbst blieben nicht unverändert.
Stabil heißt nicht unveränderlich. Bildung, Gesundheit und einschneidende Lebensereignisse beeinflussen Ergebnisse, und jede Testung ist mit einem Messfehler behaftet. Ein Testergebnis ist eine Schätzung, keine exakte Größe.
Normales Altern oder mehr?
Etwas langsameres Denken und gelegentliche Wortfindungspausen gehören zum normalen Altern. Wer bei sich oder Angehörigen deutliche Veränderungen im Alltag bemerkt, etwa Orientierungsprobleme oder Schwierigkeiten mit gewohnten Aufgaben, sollte das ärztlich abklären lassen. Ein IQ-Test ist dafür das falsche Werkzeug.
Der Flynn-Effekt: Veränderung zwischen Generationen
Es gibt eine dritte Art von Veränderung, die mit dem eigenen Altern nichts zu tun hat. Über weite Teile des 20. Jahrhunderts stiegen die durchschnittlichen Testleistungen von Generation zu Generation. Dieser Befund heißt Flynn-Effekt.
Eine Metaanalyse von Jakob Pietschnig und Martin Voracek fasst 271 Stichproben aus 31 Ländern mit fast vier Millionen Teilnehmenden aus den Jahren 1909 bis 2013 zusammen. Die Zuwächse lagen bei geschätzt 0,41 IQ-Punkten pro Jahr für fluide, 0,30 für räumliche und 0,21 für kristalline Leistungen sowie 0,28 für den Gesamt-IQ, also knapp 3 Punkte pro Jahrzehnt. In jüngeren Jahrzehnten fielen die Zuwächse geringer aus. Welche Faktoren den Effekt verursachen, ist nicht abschließend geklärt.
Für Deutschland gibt es inzwischen Hinweise auf eine Gegenbewegung. Sandra Oberleiter und ihr Team werteten drei bevölkerungsrepräsentative Stichproben von insgesamt 19.474 Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe aus (Durchschnittsalter knapp 16 Jahre), erhoben 2012, 2018 und 2022. In einer figuralen Denkaufgabe sanken die Leistungen um 4,68 bis 5,17 IQ-Punkte pro Jahrzehnt.
Was diese Zahlen nicht bedeuten
Die Autorinnen und Autoren nennen die Grenzen selbst: ein einziges westliches Land, eine enge Altersspanne, ein einzelner Aufgabenbereich. Über den durchschnittlichen IQ in Deutschland, über Erwachsene oder über die allgemeine Intelligenz sagt die Studie nichts aus. Eine Ursache weist sie nicht nach.
Der Flynn-Effekt ist auch der Grund, warum Tests regelmäßig neu normiert werden. Jede Neunormierung an einer aktuellen Stichprobe setzt den Durchschnitt wieder auf 100. Ein Test mit veralteten Normen liefert deshalb verzerrte Werte.
Deutschsprachige Intelligenztests nach Alter
Im deutschsprachigen Raum eingesetzte Intelligenztests sind an deutschsprachigen Stichproben normiert, getrennt nach Altersgruppen. Welches Verfahren eingesetzt wird, hängt vor allem vom Alter ab. Die Angaben stammen von den Verlagen und aus dem Fachportal Hochbegabung (Stand: September 2026).
| Test | Alter | Deutsche Ausgabe | Normen |
|---|---|---|---|
| WPPSI-IV (Vorschulalter) | 2;6 bis 7;7 Jahre | Pearson, 2018 | erhoben 2015 bis 2017, 895 Kinder |
| WISC-V (früher HAWIK) | 6;0 bis 16;11 Jahre | Pearson, 2017 | erhoben 2015 bis 2016, 1.087 Kinder und Jugendliche |
| WAIS-IV (Erwachsene) | 16 bis 89 Jahre | Pearson, 2012 | 1.650 Personen |
| I-S-T 2000 R (Intelligenz-Struktur-Test) | ab 15 Jahren | Hogrefe, 2. Auflage 2007 | acht Altersgruppen von 15–16 bis über 50 |
Der Name HAWIK (Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder) begegnet Eltern bis heute. Er bezeichnet frühere deutsche Ausgaben derselben Testfamilie; der Verlag führt den WISC-V ausdrücklich als „ehem. HAWIK“. Für Erwachsene hat der Verlag eine deutsche Ausgabe der WAIS-5 angekündigt (Stand: September 2026).
Praktisch heißt das: Ein IQ-Wert ist nur so aussagekräftig wie die Stichprobe, an der er gebildet wurde. Ein an einer US-Stichprobe normierter Test beschreibt die Position innerhalb dieser Stichprobe, nicht innerhalb der deutschen Bevölkerung.
Lässt sich der IQ steigern?
In Grenzen. Am besten belegt ist der Einfluss von Bildung: Eine Metaanalyse von Stuart Ritchie und Elliot Tucker-Drob über 142 Effektstärken aus 42 Datensätzen mit mehr als 600.000 Teilnehmenden fand pro zusätzlichem Bildungsjahr einen Zugewinn von etwa 1 bis 5 IQ-Punkten. Die Effekte hielten über die Lebensspanne an und zeigten sich in allen untersuchten Fähigkeitsbereichen.
Für Gehirnjogging sieht es anders aus. Eine umfassende Übersichtsarbeit von Daniel Simons und Kollegen fand viele Belege dafür, dass solche Programme die trainierte Aufgabe verbessern, weniger Belege für eng verwandte Aufgaben und kaum Belege für eine Übertragung auf entfernte Aufgaben oder das alltägliche Denken.
Allgemeine Gesundheitshinweise
Die folgenden Punkte sind allgemeine Empfehlungen für körperliche und geistige Gesundheit. Wir führen sie ausdrücklich nicht als Beleg dafür an, dass sie den IQ erhöhen.
- Körperlich aktiv bleiben und Herz-Kreislauf- sowie Stoffwechselgesundheit im Blick behalten.
- Weiterlernen und geistig fordernde Tätigkeiten oder Hobbys pflegen.
- Auf ausreichend Schlaf achten und mit Stress und psychischer Belastung umgehen.
- Hör- und Sehprobleme ärztlich abklären lassen.
Vorsicht bei „Durchschnitts-IQ nach Alter“ aus dem Netz
Manche Websites veröffentlichen einen durchschnittlichen IQ pro Altersgruppe, der aus den Ergebnissen ihrer eigenen Online-Tests berechnet ist, teils mit Nachkommastellen und Millionen von Teilnehmenden. Solche Zahlen sehen genau aus, sind aber keine Normdaten.
- Die Teilnehmenden wählen sich selbst aus. Wer einen IQ-Test online macht, ist nicht repräsentativ für seine Altersgruppe.
- Die Bedingungen sind nicht kontrolliert: keine Aufsicht, mögliche Wiederholungen, erlaubte oder unerlaubte Hilfsmittel.
- Wird ein Ergebnis auf die eigene Altersgruppe normiert, muss deren Durchschnitt per Definition bei 100 liegen. Weicht er ab, ist der Test nicht altersnormiert.
- Tabellen mit „illustrativen“ Werten wie 60 oder 90 für bestimmte Altersgruppen vermischen Rohleistung und IQ.
- Auch Angaben wie „Zwischen 41 und 50 Jahren liegt der Durchschnitts-IQ bei 112“, die auf Ratgeberseiten kursieren, nennen in der Regel keine Normstichprobe. Auf einem altersnormierten Test ist ein solcher Wert für eine ganze Altersgruppe nicht möglich.
Keine deutschen Alterswerte auf dieser Seite
Belastbare, zitierfähige Zahlen zum durchschnittlichen IQ nach Altersgruppe speziell für Deutschland liegen uns nicht vor, und wir erfinden keine.
Häufige Fragen
Gibt es eine IQ-Tabelle nach Alter?+
Nicht in dem Sinne, dass jedes Alter einen eigenen Durchschnitts-IQ hätte. Weil IQ-Tests altersnormiert sind, liegt der Durchschnitt in jeder Altersgruppe bei 100. Die sinnvolle IQ-Tabelle zeigt Bereiche und Prozentränge, und die gilt für jedes Alter gleich: Etwa 68 % liegen zwischen 85 und 115.
Welcher IQ ist bei Kindern mit 10, 12 oder 13 Jahren normal?+
Derselbe wie bei Erwachsenen: Der Durchschnitt liegt bei 100, und Werte zwischen 85 und 115 gelten als durchschnittlich. Ein Kind wird immer mit Gleichaltrigen verglichen.
In welchem Alter ist man am intelligentesten?+
Es gibt keinen einheitlichen Gipfel. Laut Hartshorne und Germine (2015) erreicht die Verarbeitungsgeschwindigkeit ihren Höhepunkt um 18 bis 19 Jahre, das Arbeitsgedächtnis um 30, das Erkennen von Emotionen zwischen 40 und 60 und der Wortschatz erst jenseits der 60.
Sinkt der IQ im Alter?+
Der Normwert bleibt im Mittel bei 100, weil mit der eigenen Altersgruppe verglichen wird. Die Rohleistung verändert sich: Fluide Fähigkeiten wie Denktempo nehmen im Erwachsenenalter im Mittel ab, kristalline wie Wortschatz legen bis ins höhere Alter zu. Die Unterschiede zwischen einzelnen Menschen sind groß.
Ab welchem IQ ist ein Kind hochbegabt?+
Meist ab einem IQ von etwa 130, also ungefähr den oberen 2 % der Altersgruppe. Die Feststellung gehört in die Hände einer Fachkraft mit einem aktuell normierten Verfahren wie dem WISC-V, nicht in einen Online-Test.
Was ist ein Prozentrang?+
Der Prozentrang gibt an, wie viel Prozent der eigenen Altersgruppe ein gleich hohes oder niedrigeres Ergebnis erreichen. Ein IQ von 115 entspricht rechnerisch einem Prozentrang von etwa 84, ein IQ von 130 einem Prozentrang von etwa 98.
Was ist der Flynn-Effekt?+
Der Anstieg der durchschnittlichen Testleistungen von Generation zu Generation, über weite Teile des 20. Jahrhunderts knapp 3 IQ-Punkte pro Jahrzehnt. In jüngeren Jahrzehnten fielen die Zuwächse geringer aus, und für deutsche Schülerinnen und Schüler gibt es in einem Aufgabenbereich Hinweise auf einen Rückgang.
Kann man seinen IQ steigern?+
In Grenzen. Eine Metaanalyse fand etwa 1 bis 5 IQ-Punkte pro zusätzlichem Bildungsjahr. Gehirnjogging verbessert dagegen vor allem die trainierte Aufgabe selbst; eine Übertragung auf das alltägliche Denken ist kaum belegt.
Quellen
Diese Seite stützt sich auf begutachtete Forschung und Angaben der Testverlage:
- 1.Hartshorne, J. K., & Germine, L. T. (2015). “When does cognitive functioning peak? The asynchronous rise and fall of different cognitive abilities across the life span.” Psychological Science, 26(4), 433–443.
- 2.MIT News (2015). “The rise and fall of cognitive skills” — summary of Hartshorne & Germine (2015).
- 3.Salthouse, T. A. (2009). “When does age-related cognitive decline begin?” Neurobiology of Aging, 30(4), 507–514.
- 4.Tucker-Drob, E. M., de la Fuente, J., Köhncke, Y., Brandmaier, A. M., Nyberg, L., & Lindenberger, U. (2022). “A strong dependency between changes in fluid and crystallized abilities in human cognitive aging.” Science Advances, 8(5), eabj2422.
- 5.Cattell, R. B. (1963). “Theory of fluid and crystallized intelligence: A critical experiment.” Journal of Educational Psychology, 54(1), 1–22.
- 6.Horn, J. L., & Cattell, R. B. (1967). “Age differences in fluid and crystallized intelligence.” Acta Psychologica, 26(2), 107–129.
- 7.Deary, I. J., Yang, J., Davies, G., et al. (2012). “Genetic contributions to stability and change in intelligence from childhood to old age.” Nature, 482(7384), 212–215.
- 8.Pietschnig, J., & Voracek, M. (2015). “One century of global IQ gains: A formal meta-analysis of the Flynn effect (1909–2013).” Perspectives on Psychological Science, 10(3), 282–306.
- 9.Oberleiter, S., Patzl, S., Fries, J., Diedrich, J., Voracek, M., & Pietschnig, J. (2024). “Measurement-invariant fluid anti-Flynn effects in population-representative German student samples (2012–2022).” Journal of Intelligence, 12(1), 9.
- 10.Ritchie, S. J., & Tucker-Drob, E. M. (2018). “How much does education improve intelligence? A meta-analysis.” Psychological Science, 29(8), 1358–1369.
- 11.Simons, D. J., Boot, W. R., Charness, N., et al. (2016). “Do ‘brain-training’ programs work?” Psychological Science in the Public Interest, 17(3), 103–186.
- 12.Stern, W. (1912). Die psychologischen Methoden der Intelligenzprüfung. Leipzig: J. A. Barth.
- 13.Wechsler, D. (1939). The Measurement of Adult Intelligence. Williams & Wilkins.
- 14.Fachportal Hochbegabung. WPPSI-IV – Wechsler Preschool and Primary Scale of Intelligence, Fourth Edition (Petermann & Daseking, 2018).
- 15.Pearson Deutschland. WISC-V – Wechsler Intelligence Scale for Children, Fifth Edition (ehem. HAWIK), deutsche Bearbeitung F. Petermann, 2017.
- 16.Fachportal Hochbegabung. WISC-V – Wechsler Intelligence Scale for Children, Fifth Edition (deutsche Fassung, Normierung 2015–2016).
- 17.Pearson Deutschland. WAIS-IV – Wechsler Adult Intelligence Scale, Fourth Edition, deutsche Bearbeitung F. Petermann, 2012.
- 18.Fachportal Hochbegabung. I-S-T 2000 R – Intelligenz-Struktur-Test 2000 R (Liepmann, Beauducel, Brocke & Amthauer, 2. Aufl. 2007).
Wie hoch ist Ihr IQ?
Machen Sie den kostenlosen IQ-Test: 27 Fragen, etwa 12 Minuten, Ergebnis mit Prozentrang und Fähigkeitsprofil – ohne Anmeldung.
Test kostenlos starten